Ob nun
Papier-Seiten
oder Screen-Seiten umgeblättert werden: Geschickt eingesetzt, hat das
Buch nach wie vor eine
Anziehungskraft
auf die Kinder im KiGo. Und es ist sinnvoll, diese zu nutzen und auszubauen.
Beim Lesen lassen oder beim Vorlesen aktivieren und entwickeln Sie die
Vorstellungskraft der Kinder. In ihren Gedanken entsteht eine jeweils
eigene Welt. Sie
besuchen
sozusagen neue Orte, die sie bisher nicht kannten. Das weckt Emotionen und
intensiviert die Erinnerung an Thema und Inhalt.
Methodik und Orientierung
Diese Themenseite befasst sich gar nicht in erster Linie damit, welche
konkreten Bücher denn nun gelesen oder vorgelesen werden sollten. Listen mit
spezifischen Buchempfehlungen werden Sie also nicht finden.
Stattdessen erwarten Sie spielerisch-methodische Tipps und eine grundsätzliche
Orientierung für die sinnvolle und inhaltlich nachhaltige Nutzung von Büchern und
eBooks.
Tempo, Tempo?
Schnelllebig
Die heutige Geschwindigkeit des Konsums überträgt sich natürlich in gewissem
Maß auch auf die Kinder. Vieles wird oberflächlicher, ungeduldiger, verliert
an Kontinuität, wird sprunghafter. Bücher bzw. eBooks können ihren Zweck aber
eben nur erfüllen, wenn in ihnen tatsächlich gelesen wird.
Anstrengendes Lesen?
Dauert Eltern und Kindern das Lesen von Texten und das Eintauchen in die dort
geschilderte Welt heute einfach zu lange? Die notwendige Konzentration dafür wird
auf beiden Seiten immer häufiger als zu anstrengend empfunden. Zudem wird in
Familien mit weniger Einkommen auch deutlich seltener gelesen.
Andere Welt entdecken
Bild: (C) NASA
Diese Tatsachen sollten Sie im Auge behalten, wenn Sie überlegen, wie im KiGo an
das Thema Lesen, Vorlesen, Bücher und eBooks herangegangen werden soll. Denn dort
gibt es heute in dieser Hinsicht für manche Kinder eine Art neue Welt zu
entdecken. Lesen Sie, wie das methodisch und
spielerisch
klappen kann.
Der Mix machts
Sprengt den Rahmen
Es dürfte klar sein, dass in der Regel der gesamte Text eines (noch so
kurzen) Buches oder eBooks im KiGo nicht durchgelesen oder vorgelesen
werden kann. Der gewöhnliche Rahmen gewährt oft einfach nicht die Zeit dazu,
zumal ja noch zahlreiche weitere Komponenten des Programms dazu kommen.
Viel zusammenfassen
Der Schlüssel liegt im
Zusammenfassen
eines Großteils des Textes -
und dem gezielten Auswählen original belassener Abschnitte. Mit dieser
Methode heben Sie die Kernaussagen prägnant heraus. Die bleiben
dann nachhaltiger im Gedächtnis. Das funktioniert sogar bei umfangreicheren
Bilderbuch-Geschichten.
Trennen, wechseln!
Wechseln
Sie zwischen dem Hören von Zusammenfassungen und dem Lesen lassen
kurzer Originaltexte, oder wechseln Sie die Person, die liest oder spricht.
Das baut Spannung auf und intensiviert die originalen Abschnitte. Eine
punktuelle
akustische Untermalung
dieser originalen Abschnitte ist nicht schwer und verstärkt das Erleben.
(Diese Methode eignet sich nur eingeschränkt für eBooks.)
Den Umgang einüben
Sie möchten den Zugang zu Büchern auch im KiGo fördern? Dann machen Sie
die Kinder generell mit Büchern vertrauter. Mit dieser sehr einfachen Methode
üben Sie den unkomplizierten Zugang ein. Manches davon können Sie auch auf
eBooks anwenden, aber wenn die Kinder mit anfassbaren Büchern hantieren können,
macht es einfach mehr Spaß.
Sortieren? Ja klar!
Dazu stellen Sie den Kindern eine Aufgabe, an der sich alle beteiligen können:
Die vorhandenen oder von Ihnen mitgebrachten Bücher zu
sortieren. Das ist
spannend. Und bei der Gelegenheit werden auch gleich allerlei Kriterien gelernt
und von Ihnen erläutert, die neben dem Inhalt bei Büchern wichtig sein können.
Merkmale für den Start
Wenn Sie sich die beiden Bilder oben ansehen, entdecken Sie schon Größe und
Gewicht als Kriterium. Natürlich gibt es noch viel mehr. Hier ein
paar Beispiele:
Sie wissen es: nicht alle Kinder sind gleich. Manche hören gebannt zu, wenn
Sie etwas vorlesen. Andere beginnen bald, sich zu langweilen und womöglich
deshalb auch zu
stören.
Doch eine besondere Ankündigung gleich zu Beginn kann hier quasi Wunder
bewirken.
Sagen Sie schon vor der Geschichte, dass sie hinterher von den Kindern etwas
wissen wollen. In Kombination mit einer ebenfalls angekündigten Belohnung
(hier
oder
hier)
steigern Sie so die Aufmerksamkeit deutlich.
Teilen Sie diese Fragen in zwei Gruppen: Ganz leichte für die Kleinen, schon
anspruchsvollere für die Größeren. So fühlt sich keiner ausgeschlossen.
Mit Fragebogen!
Wer von den Kindern schon schreiben kann, wird nach dem Vorlesen mit Begeisterung
einen „Fragebogen“ ausfüllen. Diese Methode eignet sich auch für eine
Reihe anderer Situationen. Einen Beispiel-Fragebogen und einen weiteren Hinweis
auf die Fragebogen-Technik finden Sie beim Thema
Umgang mit schwierigen Kindern.
Text und Bilder in Buch oder eBook werden von den Kindern auch dann ganz
aufmerksam „untersucht“, wenn Sie kurze Text-Passagen vorlesen
oder Abbildungen beschreiben - und dabei kleine Fehler einbauen.
Sofort machen sich die Kinder auf die Suche, ob denn auch alles so stimmt.
Text und Bilder prägen sich so tiefer ein.
Von der Methode her gibt es bei den
Fehlergeschichten
eine ganz ähnliche Vorgehensweise.
Machen Sie sich ab und zu den Überraschungs-Effekt zunutze: An
einer spannenden Stelle unterbrechen Sie das Vorlesen von Geschichte, Buch
oder eBook abrupt. Die Kinder blicken Sie erwartungsvoll an. Nach einem Moment
schieben Sie etwas ein, bevor Sie schließlich weiterlesen.
Ein- oder zweimal kann das bei gleicher Gelegenheit auch so wiederholt
werden.
Dafür stoppen Sie
Und so nutzen Sie diese besonderen Situationen:
Schritt 1:
Die Kinder dürfen vermuten, wie es wohl gleich weitergehen wird.
Da wird es die verschiedensten Szenarien geben.
Schritt 2:
Sie beten mit den Kindern für die Hauptperson dieser Geschichte
in der jeweiligen Situation.
So können Gebete formuliert werden, deren Inhalte ohne diesen Bezug kaum
entstehen würden.
Ein anderer Platz
Es kann je nach Situation durchaus sinnvoll sein, während der Unterbrechung
den Ort zu wechseln, an dem Sie gerade stehen oder sitzen. Anschließend lesen
Sie am ursprünglichen Ort wieder weiter. Für den Wechsel können Sie sich
durchaus etwas Zeit lassen. Das erhöht zusätzlich die Aufmerksamkeit.
Eine Handvoll Lese-Impulse
Gut geeignet
Welche Art von Geschichten und Berichten eignen sich, um im Kindergottesdienst
daraus vorzulesen? Suchen Sie gehaltvolle Geschichten aus. Zumindest ein Teil
davon sollte konkreten
Alltagsbezug
für die Kinder haben. So können Sie dann Gott in das Leben der Kinder mit
hineinnehmen.
Was dabei sein sollte
Die biblischen Begebenheiten:
In geeigneten
Ausschnitten
aus klassischen Bibelausgaben oder mit Hilfe von
bebilderten
Kinderbibeln.
Bücher zu
Tierreich
und Pflanzenvielfalt:
Mit Beschreibungen und Anschauungsmaterial als Anknüpfung zum
Thema Schöpfung.
Geschichten über Erlebnisse von Kindern mit Gott:
Aus dem Alltag in den verschiedensten Ländern.
Aktuelle Berichte heutiger Missionare:
Über ihre Arbeit, über deren Reisen auf Flüssen, in der Luft und zu Land.
Spannende Ausschnitte aus Biographien:
Von Menschen, die Gott vertraut haben, aus heutiger oder früherer Zeit.
Spiele mit Büchern und eBooks
Spielerisch vertiefen
Mit Spielen schaffen Sie ein gemeinsames Erlebnis. Auf diese Weise bleibt den
Kindern das Besprochene und Erlebte eindrücklicher in Erinnerung. Und
manchmal berichten die Kinder anschließend zu Hause von den Spielen.
So kommt manches sogar dort nochmal zur Sprache.
Weitere Spiele, zu anderen Themen, für drinnen und draußen finden Sie in der
Spiele-Galerie.
Buchstaben-Detektive
Vertraut machen
Dieses Spiel hilft unkompliziert dabei, den Kindern Bücher bzw. eBooks im
Allgemeinen nahezubringen. So wird zunächst das Medium
spielerisch
im wahrsten Sinne des Wortes „begriffen“, bevor es zu einem späteren
Zeitpunkt dann um den Inhalt geht.
Wenn einigermaßen zügig gespielt werden soll, brauchen die beteiligten
Kinder schon gut gefestigte Lesekenntnisse. Andernfalls entstehen zu leicht
Fehler und es geht nur langsam voran.
Je nach Altersgruppe bzw. vorhandenen Lesekenntnissen entscheiden Sie sich
für eine von zwei Varianten.
Für Jüngere: Buchstaben finden
Hier tragen die Kinder aus wenigen
Buchstaben
ein recht einfaches Lösungswort zusammen. Wenn die Buchstaben hinterher sogar
noch umgestellt werden müssen, um die Lösung zu erraten (aus O, N, H, A wird
NOAH),
dann nehmen Sie nur kurze Lösungs-Wörter. Wenn Sie die Buchstaben gleich in der
richtigen
Reihenfolge
suchen lassen, darf das Lösungswort auch länger sein.
Auf Seite 4 brauchen wir den allerletzten Buchstaben“
Auf der Seite mit dem Elefanten sucht ihr das dritte Wort und nehmt da
den ersten Buchstaben“
Als Arbeitshilfe finden Sie hier
Namensvorschläge
für einige bekannte und relativ kurze Namen biblischer Personen:
Bei dieser Variante stellen die Kinder im Lauf ihrer Suche einen
Satz
aus Wörtern zusammen, die im Text des Buches oder eBooks vorkommen. Wenn Sie den
Kindern die Suche erleichtern möchten, setzen Sie Lesezeichen
(„Bookmarks“) im eBook oder legen Papier-Lesezeichen ins Buch.
Auf der ersten Seite brauchen wir gleich das dritte Wort und auch das
letzte Wort.“
Und auf der Seite über den Zoo sucht ihr das Wort «Pferd». Wir
brauchen das Wort davor.“
Die entstehenden Sätze (z.B. „Ich bin das
Licht der Welt“)
suchen Sie natürlich passend zum Vokabular des Buches aus. In der Praxis ist
diese Variante besser für's eBook mit seiner Suchfunktion geeignet. Denn
Sie selbst müssen bei Ihrer Vorbereitung die Worte ja auch erst im Text finden.
Auch buchübergreifend
Das Spiel soll spannender und das Zusammenstellen von Lösungs-Worten und
Lösungs-Sätzen einfacher werden? Dann verwenden Sie zugleich mehrere Bücher
bzw. öffnen Sie im eBook dazu mehrere Texte nacheinander.
Seiten-Puzzle
Details kennenlernen
Auf recht einfache Art und Weise gelingt es Ihnen mit diesem Spiel,
die Aufmerksamkeit der Kinder auf Einzelheiten der Handlung in einem
Buch zu lenken. Bei den Jüngeren gelingt das durch das optische
Herausstellen von Bild-Details, bei den etwas Älteren dürfen ruhig
auch Textausschnitte herausgestellt werden.
Mit einem Stift zeichnen Sie die Umrisse eines Puzzlestücks auf ein Stück
leeres
Papier.
Sie können den Umriss beispielsweise so gestalten wie auf der
unten gezeigten Vorlage. Mit einer feinen Schere schneiden Sie aus dem Papier
sorgfältig den Puzzlestück-Umriss aus. Die Innenfläche der herausgeschnittenen
Öffnung (ohne die seitlichen Zähne) sollte etwa der Größe einer
2-Euro-Münze
entsprechen.
Puzzlestück-Musterform. Die Öffnung (dunkle Fläche)
mit der Schere herausschneiden.
Die entstandene Puzzle-Schablone legen Sie auf einen interessanten
Ausschnitt einer Abbildung oder des Textes. Dann fotografieren Sie jeweils
die Puzzle-Öffnung mit dem Smartphone oder Tablet. Um Verwackeln zu verhindern,
aktivieren Sie den Auslöse-Timer. Wenn Sie die Kamera in eine
Lupen- oder Vergrößerungs-Funktion schalten können,
nutzen Sie das.
Später im KiGo zeigen Sie jeweils ein Foto und schicken die Kinder auf die
Suche
nach der Stelle im Buch oder eBook. Stellen Sie das Smartphone bzw. Tablet
dazu in einen Ständer oder lehnen es so an eine
Rappelbox,
dass alle Kinder das Foto während der Suche immer sehen können.
Die Auswahl vertiefen
Zur weiteren Vertiefung lassen Sie die Kinder mit eigenen Worten beschreiben,
was der Bild-Ausschnitt darstellt bzw. der Text-Ausschnitt aussagt. Erklären
Sie den Kindern auch, warum Sie gerade diese Ausschnitte gewählt haben.
Die Fotos mit den Bildausschnitten löschen Sie nach dem
KiGo wieder, um das Urheberrecht zu wahren.
Das ist wichtig
Regelungen beachten
Wenn Sie für die Nutzung von Büchern im KiGo einzelne oder auch mehr Fotokopien
von Büchern oder Zeitschriften anfertigen möchten, sind rechtliche Randbedingungen
zu beachten. Bevor Sie die Kopien anfertigen, besprechen Sie sich mit den
Verantwortlichen über die Ausgestaltung existierender Rahmen- und Pauschalverträge
mit der Verwertungsgesellschaft WORT.
In dieser VG WORT haben sich Autoren und Verlage zur gemeinsamen Verwertung
von Urheberrechten zusammengeschlossen.
Noch mehr Medien und Geräte
Die biblische Botschaft unterstreichen
Überlegt eingesetzt, können Geräte und Medien einen nachhaltigen Eindruck
hinterlassen und manche biblische Aussage nachdrücklich unterstreichen.
Sowohl moderne als auch durchaus klassische Medien erfüllen da ihren Zweck.
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