Wer einen Overhead-Projektor im Kindergottesdienst verwenden kann, darf
sich auch heute noch glücklich schätzen. Die Geräte gelten zwar als „aus
der Mode gekommen“. Aber sie sind nach wie vor ebenso unkompliziert wie
vielseitig bei den Kindern einsetzbar.
Overhead-Projektoren der Ultra-Kompakt-Klasse lassen sich flach zusammenklappen
und dann platzsparend im Schrank verstauen. Einen kleinen praktischen Nachteil hat
die Technik aber, weil die Folie auf einen Spiegel gelegt wird. Manchmal ist die
Folie leicht wellig oder eine Ecke steht etwas ab. Dann sieht man diese
Bildbereiche „doppelt“ oder unscharf. Das stört aber nur bei
Texten mit sehr kleiner Schrift.
Herkömmliche Overhead-Projektoren, bei denen das
Licht
von unten durch die Folie strahlt, kennen diesen kleinen Nachteil aber nicht.
Overhead-Projektoren sind zwischenzeitlich bei vielen bisherigen Anwendern
durch
PC-Projektoren („Beamer“)
ersetzt worden. Oft wurden sie
aber nicht entsorgt, sondern quasi als Rückfall-Position eingelagert, samt
Ersatzlampen und häufig sogar einschließlich großem Folienvorrat.
Deshalb sollten Sie einfach bei Schulen, Firmen oder bei kleineren Außenstellen
von Behörden nachfragen. Die Geräte können dort manchmal für geringes
Geld
(eher symbolische Summen) erworben oder gleich ganz umsonst mitgenommen werden.
Natürlich gibt es Overhead-Projektoren für niedrige zweistellige Beträge auch bei
Gebrauchtwaren-Börsen.
Overhead-Praxis
Die Wasserhahn-Lösung
Non-permanente Stifte
Verwenden Sie zum Schreiben und Malen auf den Folien am besten
wasserlösliche Stifte („OHP-Marker non-permanent“,
„Projektionsschreiber wasserlöslich“). Dann spült der Wasserhahn
die Folie ganz einfach sauber: Und während der Arbeit ermöglicht Ihnen dann
ein leicht feuchtes Tuch kleine Korrekturen.
Außerdem gehen diese Stifte leichter ab, wenn sie versehentlich irgendwo hin
gemalt haben. Pro Stift müssen Sie mit knapp 1 Euro rechnen.
Es gibt auch
trocken
abwischbare Stifte für Folien, für die Sie aber deutlich mehr bezahlen.
Geduldiger Zeiger
Den Finger lieber nicht
Häufig müssen Sie für etwas längere Zeit auf eine bestimmte Stelle oder eine Figur
im projizierten Bild zeigen. Sie könnten das mit dem Finger tun, doch das ist
unpraktisch: Hand und Arm verdecken dabei auch größere Teile des restlichen
Bildes.
Ähnliches gilt, wenn Sie mit der Hand auf die (Lein-)wand zeigen.
Praktisch und kaum störend ist es, wenn Sie kurzerhand einen spitzen
Stift
auf die Folie legen, mit dessen Spitze nach vorne: „Das hier ist
Petrus,
und stellt euch vor, …“
Wir sehen nichts!!
Die Schatten-Falle
Wenn Sie am Projektor sitzen und malen, schreiben oder zeigen, blockieren Sie
schon mal mit Kopf oder Körper den Lichtstrahl. „Und wer ist das hier auf
dem Bild?“ - aber die Kinder können gerade gar
nicht sehen,
worauf sie zeigen. Und weil gerade die
jüngeren Kinder möglicherweise nicht protestieren, geht die Botschaft eine
Zeitlang ungewollt ins Leere.
Wenn Sie die Folie während des Malens oder Schreibens nach oben oder unten
schieben, vergewissern Sie sich, dass aus der Position der Kinder auch tatsächlich
alles Wichtige zu sehen ist.
Geschützt hält länger
Stöße beim Projektor vermeiden
Klassische Projektorlampen mögen keine starken Erschütterungen. Zu groß ist die
Gefahr, dass die weißglühende oder noch heiße Glühwendel bei einem Stoß bricht
oder abreißt. Stellen Sie das Gerät also so auf, dass niemand dagegen stößt, auch
wenn's mal wieder etwas lebhafter zugeht.
Besser keinen Projektorwagen
Also bitte nicht auf einem kleinen Tischchen vor die Kinder stellen. Ein
vorhandener Projektorwagen oder Projektionstisch verleitet dazu. Sonst wird
schnell mal versehentlich mit den Füßen dagegen gestoßen oder der
Wagen
bekommt beim „Drängeln“ einen Stoß ab.
Auch einige Minuten nach dem Ausschalten sollten Sie das Gerät stehenlassen
und erst danach z.B. im Schrank verstauen.
Helligkeit reduzieren
Wenn der Projektor zwei Helligkeitsstufen besitzt, schalten Sie stets auf die
geringere Helligkeit. Manche Projektoren haben sogar eine stufenlose Einstellung
der Lampenhelligkeit - auch hier stellen Sie eine möglichst niedrige
Helligkeit ein. So hält die
Lampe
wesentlich länger.
Nicht so oft ein und aus
Vermeiden Sie, wenn möglich, die Lampe für kürzere Pausen aus- und danach wieder
einzuschalten („weil wir doch Strom sparen wollen“).
Denn jeder Einschaltvorgang belastet die Lampe.
Ersatz-Lampen
Ersatz-Halogenlampen
erhalten Sie je nach Typ für rund 10-40 Euro, die stärkeren (und selteneren)
Metalldampflampen für 150 Euro aufwärts - es lohnt sich also, das Gerät
vorsichtig zu behandeln.
Ihr Overhead-Projektor kann mehr
Keineswegs nur ein Textwerfer
Lesen Sie hier, was Ihr Overhead-Projektor alles für den Kindergottesdienst
tun kann. Und das ist weit mehr als nur Liedtexte an die Wand werfen.
Beeindruckende Bilder
Intensiver als in A4
Ein paar ausgewählte
Bildvorlagen
kopieren oder drucken Sie einfach auf Overhead-Folie (OHP-Folie DIN A4), die Sie
im Handel bekommen. Wenn Sie die Folien dann im Kindergottesdienst auflegen, werden
die Bilder beeindruckender. Sie wirken erheblich intensiver auf die Kinder,
als wenn Sie die DIN-A4-Ausdrucke hochhalten oder an die Wand bzw.
Tafel
pinnen.
Wenn Sie nicht selbst drucken oder kopieren wollen:
Kopiershops erledigen das incl. Folie für unter 1 € in S/W und
2 € in Farbe. Klar, dass die wertvollen Foliendrucke für spätere
Wiederverwendung
eingelagert
werden.
Szene als Rückprojektion
Weil Overhead-Projektoren meist ziemlich lichtstark sind, eignen sie sich
auch für die Rückprojektion. Bei dieser Anwendung steht der Projektor hinter einer
gut lichtdurchlässigen „Leinwand“. Dazu wird oft einfach ein
aufgespanntes Betttuch verwendet. Natürlich geht das auch mit einem
Dia-Projektor
oder einem
Beamer.
So können Sie bei Anspielen einige geeignete Bildszenen von hinten einblenden,
ohne dass die Akteure vor der Leinwand einen
Schatten werfen.
Aufgepasst: Die Vorlage muss bei Rückprojektion natürlich spiegelverkehrt auf
die Glasplatte gelegt werden.
Leuchtende Live-Skizze
Erhöht die Aufmerksamkeit
Es belebt das Geschehen, wenn Sie am Overhead-Projektor malen oder schreiben,
während Sie erzählen. Die Kinder hören gespannt zu und verfolgen die Projektion
an der (Lein-)Wand. Skizzieren Sie auch einmal etwas, wenn die Kinder Fragen stellen,
um Ihre Antwort zu verdeutlichen und einprägsamer zu machen. An einer klassischen
Wandtafel oder einem Whiteboard
geht das natürlich auch.
Es kann hilfreich sein, ein Grundgerüst der Szene bereits zuhause aufzumalen
oder als
Folienkopie
schon mitzubringen. Das beschleunigt den Ablauf und bringt
zusätzliche Sicherheit bei der Durchführung.
Oh, ein kleiner Fehler
Manchmal können Sie die Aufmerksamkeit weiter steigern, indem Sie ankündigen,
ab und zu einen kleinen Fehler in die Skizze einzubauen. Der wird den Kindern
nicht entgehen. Sie gehen dann ähnlich vor wie bei den
Fehlergeschichten.
Ein Bild, das Sie am Overhead-Projektor zeigen, können Sie in mehreren Schritten
darstellen. So entfaltet es sich parallel zur Geschichte und erhöht die Spannung
und Aufmerksamkeit bei den Kindern. Denn große Teile des Bildes sind schließlich
zu Beginn erst einmal
„geheim“.
Außerdem kann diese Methode helfen, die Menge des benötigten
Bildmaterials
zu reduzieren.
Dazu decken Sie etliche Teile des Bildes vorher ab. Das geht am einfachsten
mit den bekannten selbstklebenden gelben Haftzetteln. Erst nach und nach
entfernen Sie während der Projektion im Verlauf der Geschichte die
Abdeckung und legen auf diese Weise die gerade wichtigen Teile des Bildes
frei.
Parallelen zur Qumran-Methode
Eine methodisch ähnliche und ebenso schrittweise Vorgehensweise ist die als
Spiel beschriebene Erzähl-Methode der
„Rollen vom Qumran“.
Schneiden Sie ihre Folienbilder doch einmal auseinander und lassen Sie die
Figuren einzeln auftreten („Da ging Philippus zu dem
Wagen
hin …“). Sie können damit umgehen wie mit herkömmlichen
Flanellfiguren,
doch ist der Herstellaufwand viel geringer. Selbstverständlich können die Figuren mit
Folienstiften ausgemalt werden.
Wenn Sie die Folien nicht zerschneiden wollen, greifen Sie zur Technik der
Schichtbilder. Decken Sie Teile Ihrer
Bildvorlage
weiß ab, bevor Sie eine
Folienkopie
davon machen. Bei der nächsten Folie werden genau die anderen Teile abgedeckt.
Ergebnis: Die Folien können genau übereinander gelegt werden und ergänzen sich
zum Gesamtbild.
Probleme beim passgenauen Übereinanderlegen gehören der Vergangenheit an,
wenn Sie links oben und rechts unten auf Ihrer Vorlage je ein Kreuzchen machen
(„Passmarken“). Später beim Vorführen der Folien legen Sie die
Kreuzchen einfach übereinander.
Die Sets aufheben
Die zusammen gehörigen Schichtbilder
bewahren
Sie als Set für die spätere Wiederverwendung auf.
Schattenbilder
Bei fehlenden Malkünsten
Sie möchten gerne am Overhead-Projektor live malen oder
skizzieren -
doch das Resultat lässt zu wünschen übrig? Kein Problem, dann genügen eben auch
einfache
Umrisse.
Kinder haben eine ausgeprägte Phantasie, sie „denken“
sich die möglicherweise fehlenden Details einfach selbst dazu.
Ausschneiden statt malen
Es zeigt sich, dass es gut genügt, wenn Sie aus
Papier
markante Figuren,
Häuser, Bäume,
Tiere,
Wolken etc. ausschneiden. Das können ohne Weiteres auch
sehr vereinfachte, fast schon symbolische Formen sein,
bestehend aus Kreisen, Ovalen, Dreiecken und Rechtecken.
Diese undurchsichtigen Umrisse können dann jederzeit als
Schattenbilder
in der Projektion auftreten.
Dazu werden Sie einfach im Verlauf der Geschichte auf die Glasfläche
des Overhead-Projektors gelegt bzw. wieder weggenommen.
Vorlagen für die Umrisse werden Sie recht einfach finden, und natürlich können
Sie denselben Umriss auch mehrfach ausschneiden und in der Projektion nutzen,
zum Beispiel für mehrere Personen:
Und hier seht ihr Jesus. Bei ihm sind
Petrus, Jakobus und Johannes. Er nimmt sie mit auf einen hohen Berg“,
Mt 17,1
Spiele mit dem Overhead-Projektor
Spielerisch vertiefen
Mit Spielen schaffen Sie ein gemeinsames Erlebnis. Auf diese Weise bleibt den
Kindern das Besprochene und Erlebte eindrücklicher in Erinnerung. Und
manchmal berichten die Kinder anschließend zu Hause von den Spielen.
So kommt manches sogar dort nochmal zur Sprache.
Weitere Spiele, zu anderen Themen, für drinnen und draußen finden Sie in der
Spiele-Galerie.
Meister der Silhouette
Was wird denn da projiziert?
Mit dem Overhead-Projektor lassen sich sehr einfach die Silhouetten (Umrisse,
Konturen,
Schattenbilder) kleinerer Gegenstände an die Wand projizieren. Manches ist da
gar nicht so schnell zu
identifizieren.
Nutzen Sie das als spannendes Spiel mit den Kindern.
Die Pappe befestigen Sie so am Projektor, dass die Kinder nicht mehr auf die
Glasfläche blicken können. Die Gegenstände verstauen Sie in der Kiste,
so dass sie auch dort von den Kindern
nicht gesehen
werden können.
Sie holen nun zunächst jeweils „einfache“ Gegenstände aus der
Kiste
und legen sie auf die Glasfläche des Projektors, später dann auch die
schwierigeren.
Für die Kinder geht es darum, die Gegenstände jeweils zu erraten, von denen sie
nur deren (schwarz-weiße) Projektion an der (Lein-)Wand sehen können.
Im
Sommer
oder
Herbst
können Sie die verschiedensten Blätter nebeneinander auf den Projektor legen
(am besten noch saftige und flache). Da werden die Kinder staunen, wie
verschieden Blätter sein können!
Damit die federleichten Blätter bei der Vorführung nicht davonfliegen, arrangieren
Sie alle Blätter in einer Prospekthülle (Dokumentenhülle, Klarsichthülle).
Noch mehr Medien und Geräte
Die biblische Botschaft unterstreichen
Überlegt eingesetzt, können Geräte und Medien einen nachhaltigen Eindruck
hinterlassen und manche biblische Aussage nachdrücklich unterstreichen.
Sowohl moderne als auch durchaus klassische Medien erfüllen da ihren Zweck.
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