Wie Pilatus handelt
Eine schwierige Situation
Wir erleben hier, wie Jesus zum Tod verurteilt wird. Unbedeutend sind die
Anklagen
gegen Jesus nicht, die Pilatus sich immer wieder anhören muss.
Judäa
war von den Römern besetzt. Es galt als schwierige Provinz. Und ausgerechnet
dort hört nun Pilatus von einem
„König der Juden“,
Lk 23,3.
Das muss ihn interessieren. Bestimmt hatte er schon vorher hin und wieder
davon gehört. Jetzt muss er versuchen, etwas herauszuhören aus den Anklagen
und aus einem Verhör: Zieht hier wirklich eine Gefahr auf für ihn und die
Römer?
Jesus stammt aus Galiläa,
Mk 1,9
und
Mt 21,11.
Pilatus weiß: Hier ist eigentlich
Herodes
zuständig.
Also schickt er Jesus zu ihm. Aber schon bald landet der Fall wieder bei Pilatus,
Lk 23,11.
Ausweichen kann er jetzt nicht mehr.
Urteil gegen die Überzeugung
Weder vor noch nach dem
Verhör
kann Pilatus etwas Belastendes an Jesus finden,
Lk 23,4
und
Lk 23,15b.
Auf dem
Richterstuhl
sitzend, erhielt er Nachricht von einem Boten. Seine
Frau
lässt ausrichten, dass er an dem gerechten Jesus nicht schuldig werden soll,
Mt 27,19
Doch weil das Getümmel und Geschrei immer größer wird, steigt der Druck auf Pilatus.
Womöglich käme es zu einem Aufruhr, was für seine Karriere eventuell erhebliche
Konsequenzen gehabt hätte. Und so gibt er den Anklägern deren Willen. In einem
Ritual symbolisiert er noch, dass er mit dem Urteil nichts zu tun haben will:
Er wäscht seine Hände,
Mt 27,24.
Thema Wasser
Was das Volk antrieb
Anders als erwartet
Für Jesus war Pilatus hier nicht der Gegner - dieser Statthalter
war nur eine
Marionette.
Angeklagt wurde Jesus von seinem eigenen Volk:
Joh 1,11.
Aber warum wollten die Leute Jesus nicht mehr haben? Er hatte doch vielen geholfen.
Bei Jerusalem hatten sie ihm noch zugejubelt,
Mk 11,7-10.
Rätsel zu „Jerusalem“
Überlegen Sie gemeinsam mit den Kindern:
- Die Leute hatten sich Jesus als
König
anders vorgestellt. Zwei seiner Jünger
sagten das später auch ganz offen auf dem Weg nach Emmaus: Sie erwarteten,
dass er Israel erlöst,
Lk 24,21a
- Jesus ließ die Menschen den Zustand ihres eigenen Herzens erkennen, das weit von
ihm entfernt war,
Mt 15,8 und
Mt 15,19.
Bildmaterial Herz des Menschen
Die größeren Kinder würden das vielleicht sogar so zusammenfassen:
Da macht einer nicht, was ich mir vorstelle, und außerdem deckt er noch
meine Schandtaten auf.“
Genau so war es.
Ja, darüber haben die Menschen sich geärgert. Nein, die Ursache des Problems suchten
sie nicht bei sich - sie hatten eine scheinbar einfachere Lösung:
Jesus beiseite schaffen, um Ruhe zu finden.
So handelt Jesus
Warum das Schweigen?
Die Anklage und den Verlauf der „Verhandlung“ vor Pilatus kann man
sicher als einen unfairen Prozess bezeichnen. Doch wie handelt Jesus?
Dem sensationshungrigen Herodes gibt Jesus gar keine Antworten,
Lk 23,8+9.
Und er rechtfertigt sich nicht gegenüber Pilatus, als die Hohenpriester ihn anklagen,
sondern er schweigt dazu,
Mt 27,12-14,
Mk 15,3-5.
Hat Jesus das aus Angst, Niedergeschlagenheit, Mutlosigkeit getan? Nein - sein
Schweigen war ein Beweis dafür, dass er das Volk Israel sehr lieb hatte. Er wollte
seine Verurteilung nicht verhindern, diesen Kampf hatte er im Garten Gethsemane
schon gekämpft,
Lk 22,42.
Soldaten stellten für Jesus kein Problem dar. Fielen seine Verfolger doch schon um,
als er sich zu erkennen gab,
Joh 18,6.
Sie können aber auch die Kinder an die Befreiung des Petrus erinnern, der bei den
Wachsoldaten ähnliches erlebt hat,
Apg 12,10.
Liebender Retter
Der abgelehnte Retter aber gibt sein Leben für diejenigen, die noch gar nicht merken,
dass sie Rettung brauchen. Gott rettet gerne! In diesem Zusammenhang können Sie den
Kindern vom Rettungsversuch des Abraham für Sodom berichten. Gott lässt sich tatsächlich
darauf ein,
1Mo 18,32.
Fadenrätsel „Abraham“
Warum tut Jesus das? Weil er ohne Vorbedingung liebt.
Bitte
nicht verwechseln: Er liebt ohne Vorbedingung, aber er rettet nur unter einer
Bedingung. Und die heißt: Wir wollen uns bewusst von ihm retten lassen, weil uns klar
ist, dass wir seine Rettung brauchen.
Das tut er nicht
Jesus hätte auch anders gekonnt: sich verteidigen, Engel senden, nachher vom Kreuz
steigen. Das alles wäre in seiner Macht gestanden.
Wie viele gewaltige Wunder hatte er zuvor getan, um den Leuten zu helfen! Er hätte sie
aufzählen und vor Pilatus auf seinen Lebenswandel verweisen können,
Joh 8,46.
Da wären die falschen Anklagen deutlich geworden,
Mk 14,56,
die sich schon in den Psalmen vorausahnen lassen, etwa bei
Ps 35,11.
Jetzt Opferlamm, später Richter
Jesus macht sich hier bewusst zum Opfer,
1Joh 2,2.
Hier können sie mit den Kindern auch über das Passahlamm sprechen. Jesus wollte jetzt
kein Richter sein. Aber er wird Richter werden, wenn er einmal wieder kommt,
2Tim 4,1.
Thema Ostern
Was das Urteil bedeutet
Sprechen Sie mit den Kindern darüber, was Jesus nach dem Urteil des Pilatus
bevorsteht:
Mk 15,34
und
Mt 27,50-52.
Seinen Jüngern hatte Jesus schon zuvor Hinweise gegeben, dass er sein Leben
hergeben würde,
Joh 15,13+14.
Jesaja beschreibt Jesus, das
Lamm
Gottes, im Alten Testament sehr treffend -
und geht dabei darauf ein, was Jesus für uns tat, als das Urteil des Pilatus
vollstreckt wurde,
Jes 53,4+5.
Zahlenbild Lamm